Kristina und Denny sind zwei Flairing-Barkeeper, die auf der Insel Bali leben und sich zwischen Barkeeper-Schichten, Modeljobs und Masterkursen bewegen. Und nebenbei reiten sie auf der großen Welle, da Bali die besten Surfplätze der Welt bietet. Aber wie sind die beiden dorthin gelangt, wo sie heute sind?

Wie alt seid ihr und wo kommt ihr her?

Kristina: Ich bin 30 und das Alter spielt nur beim Whiskey eine Rolle 🙂 Ich bin halb Thai/halb Norwegerin. Geboren und aufgewachsen bin ich in Thailand bis ich 5 Jahre alt war. Danach bin ich nach Norwegen gekommen.

Denny: Ich bin 26 und stamme aus der Ukraine.

Bartending couple flairing

Was macht ihr/womit verdient ihr euer Geld?

Kristina: Aktuell bin selbstständig, modele hin und wieder hier in Bali und gebe Flairing-Masterkurse in ganz Asien mit Denny. Wir arbeiten auf Privatpartys, großen Firmenevents und Hochzeiten. Hauptsächlich besteht unsere Arbeit darin Cocktails zu kreieren – von 1 bis zu 10 Stunden lang – und Shows zu machen. Modeln bringt bares Geld. Es ist nicht so lustig und cool wie Flairing, aber einfach und schnell.

Denny: Momentan manage ich eine Bar in Bali und veranstalte Flair-Events, alles Mögliche von Privaten Shows bis hin zu großen Firmenevents und Hochzeiten. Wir geben auch Masterkurse und machen Flairing-Shows in ganz Asien. Zudem trete ich auch als Richter bei Wettbewerben auf.

Was macht ihr noch in Bali, außer zu arbeiten?

surfer surfing

Kristina: Na ja, da wir jetzt in Bali leben und von Wellen umgeben sind, haben wir natürlich mit dem Surfen angefangen – und sind jetzt süchtig danach! Was mich angeht, fand ich „Bretter“ wie beim Skating oder Snowboarding schon immer toll. Ich bin damit aufgewachsen, sodass es wirklich ein Segen ist, jeden Tag surfen gehen zu können.

Wir können vom Ozean aus den Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang sehen, werden von der Sonne verbrannt oder von Quallen gestochen, spüren manchmal den Regen, während wir auf eine Welle warten, werden immer besser, haben Spaß und fühlen uns lebendig!

Denny: Bali ist so groß und anders. Hier gibt es so viel zu entdecken, von Wasserfällen, Vulkanen über verborgene Strände bis hin zur Unterwasserwelt. Ich habe mich schon immer für Natur begeistert und Bali gibt uns alle Möglichkeiten zu reisen und Dinge zu entdecken ohne die Insel zu verlassen. Wir haben uns für einen Ort zum Leben entschieden, an dem Freunde Urlaub machen können und das tun sie auch – so machen wir oft Ausflüge, nur weil Freunde zu Besuch sind 🙂 Und nicht zu vergessen – Surfing. Es ist zu einer großen Leidenschaft von uns geworden.

Wie seid ihr zum Barkeeping gekommen?

Kristina: Witzige Frage – meine Barkeeper-Karierre fing genau hier an, mit der EBS. Ich hab niemals vorgehabt Barkeeperin zu werden, aber ich brauchte einen Job, um mein Studium zu finanzieren und ich weiß noch, dass ich in möglichst kurzer Zeit möglichst viel verdienen wollte (weil ich Vollzeit studiert habe). Und das Barkeeping war dafür perfekt.

In Norwegen haben Bars und Nachtclubs hauptsächlich am Wochenende geöffnet und so beschloss ich an Freitagen und Samstagen hinter der Bar zu arbeiten. Eines Tages googelte ich nach Barkeeping, fand die Homepage der EBS und buchte den 4-Wochen-Barkeeper Kurs. Das war vor 6 Jahren im Jahr 2009. Zu dieser Zeit hattet ihr 6-7 Schulen auf der ganzen Welt. Ich hatte riesiges Glück, Norwegens beste Lehrer in Flairing, Mixology und Barkeeping zu haben, darunter Adam Mc. Donald, dessen Kreativität keine Grenzen kennt, und Steinar Jensen, dessen Energie einfach ansteckend ist.

Denny: Ich studierte an der Uni (Hotel- und Restaurantmanagement) und brauchte mehr Taschengeld, als meine Eltern mir geben konnten. So suchte ich einen Job und stieß auf der Straße auf eine „Kellner gesucht“-Anzeige von einem Restaurant. Ich habe mich beworben, aber natürlich suchten sie nur einen Barkeeper. Ich wusste gar nichts davon, aber beschloss es mal zu probieren. Mein erster Tag als Barkeeper war eine einzige Katastrophe!

An ihren großen Eröffnungstag war ich alleine in der Bar und musste hinter die Theke und die Gäste bedienen. Ich hatte noch nie zuvor Cocktails oder Kaffees zubereitet und bekam nur ein Rezeptenbuch in die Hand gedrückt, in dem stand, wie viele Gramm Eis verschiedene Drinks haben und so weiter. So stand ich da mit Listen für verschiedene Kaffees und abertausenden bestellten Drinks. Die Kellner schrieen mich an und wollten Drinks, die Gäste warteten und ich, Denny Bakiev, hab versucht, alle Drinks nacheinander zuzubereiten (wie es im Buch stand!), und dabei das Gewicht vom Eis abzumessen, während sich der Cappucchino-Schaum an der Bar selbstständig machte. Es war ein totaler Alptraum!

Am Ende der Schicht beschloss ich, dass es nichts für mich ist, es war einfach zu schwer. Aber mein Boss sagte, dass ich mich gut angestellt hatte und fragte mich, ob ich es nicht trotzdem versuchen möchte. Nachdem ich dort etwas gearbeitet und mich in die Rolle des Barkeepers eingewöhnt hatte, lud ein Freund mich ein, einen Flairing-Wettbewerb zu besuchen. Das war im Jahr 2007 und es war der beste Wettbewerb zu der Zeit in der Ukraine. Ich weiß noch, dass ich mich sofort in diese Kunst verliebte und gleich nach dem Ende des Wettbewerbs fragte, ob ich mit ihnen zusammen üben darf. So begann mein Flairing-Leben.

Wie lange habt ihr gebraucht, um ein seriöses Flairing-Niveau zu erreichen?

Kristina: Meinen ersten Trick, einen „Hand Stall“ hab ich im Jahr 2009 an der EBS gelernt. Aber dann vergingen einige Monate, ohne überhaupt eine Flasche anzufassen. Schließlich entschied ich am Ende des Jahres 2013, dass 2014 mein Jahr werden sollte: Ich würde das machen, was mir Spaß macht und an Wettbewerben im Ausland teilnehmen. So begann ich am Anfang des Jahres 2014 soviel wie möglich zu üben, jeden Tag und manchmal sogar nachts. Nur die Harten kommen in den Garten 🙂 Es scheint vielleicht extrem, aber ich habe meinen Job und viele Freunde „geopfert“, um Flairing zu üben. Ich habe mir auch einen Übungsraum voller Matratzen eingerichtet, das wohl jedem bekannt vorkommt, der sich dem Flairing widmet.

 

Irgendwann begann ich Videos von mir zu drehen, um zu sehen, wie ich mich verbessern kann. Ich habe ein paar davon auf Facebook gepostet und Feedback bekommen. Zwei Monate später haben Promoter angefangen, mich zu Flairing-Wettbewerben einzuladen und in dieser Zeit habe ich auch Denny kennengelernt. Zusammengefasst also: ein paar Monate Arbeit und Denny.

Denny: Ein Jahr. Ich nahm zum ersten Mal im Jahr 2008 an einem Wettbewerb teil und belegte den 3. Platz (von 4 Teinehmern; hahaha!). Dann ging ich zurück in den Übungsraum und belegte 2009 beim „Planet of Bartenders“ in Kiev den 2. Platz. Das war der erste internationale Wettbewerb und damals auch der größte in der Ukraine. Danach begann ich an Wettwerben im Ausland teilzunehmen und der erste davon war in Warschau. Da hab ich es nicht bis ins Finale geschafft, aber danach erreichte ich immer das Finale, war in den oberen Rängen und begann zu gewinnen.

In den Jahren 2012 und 2013 wurde ich zusammen mit den 10 Besten der Welt nach Monte Carlo eingeladen, was mir neben den gewonnnen Wettbewerben sehr viel bedeutete. Ich muss auch erwähnen, dass ich schon immer leidenschaftlich gern Flairing-Videos gemacht und sie mit Musik und Effekten bearbeitet habe. Auch das hat dazu beigetragen, mir einen Namen zu machen.

Was würdet ihr jemandem empfehlen, der sich dem Flairing widmen möchte?

Kristina: Ich habe vorhin vergessen zu erwähnen, dass ich 2010 einen Flairing-Kurs an der EBS-London absolviert habe, der vom unglaublichen Tom Dyer, legendären Jay Du Toit und fantastischen Chris Kellet gehalten wurde. Das gab mir genug Inspiration, um in den nächsten Jahren zu üben.

Kristina: „Basierend auf meiner Erfahrung würde ich definitiv die EBS als einen soliden Weg empfehlen, um „die Welt des Flairings zu betreten“. Sie bieten weltweite Flairing-Kurse an, die perfekt für Anfänger sind, aber sich auch gut für fortgeschrittene Anfänger und Fortgeschrittene eignen und von einigen der besten Flairing-Barkeepern der Welt geleitet werden.

Denny: Ich würde diese Frage damit beantworten, dass ich die Leute zum Tutorial auf meiner Fanpage weiterleite, wo sie meine Tipps zu jedem einzelnen Schritt lesen können.

Wie hat das Barkeeping euer Leben beeinflusst?

Kristina: Barkeeping und alles was dazu gehört halten einen im Herzen jung – und damit mein ich nicht die Partys. Ich trinke kaum, aber ich glaube, dass Du Dir mit meinen vorherigen Antworten schon ein Bild davon machen kannst, was das Barkeeping mit bedeutet. Ich kann nur hinzufügen, dass es mich nur positiv beeinflusst hat – durch die Möglichkeit zu reisen, Leute zu treffen, Freunde zu finden und auf der ganzen Welt zu arbeiten.

Denny: Ich bekam die Möglichkeit zu reisen, Leute zu treffen und Freundschaften zu schließen. Das Reisen veränderte alles. Ich konnte kein Wort Englisch, bevor ich ins Ausland ging. Ich weiß noch, wie ich bei der ersten Reise in einer Speisekarte „fried rice“ gelesen habe – und keinen Schimmer hatte. Und natürlich ist es ein Riesenvorteil, überall auf der Welt arbeiten zu können.

Habt ihr noch andere Pläne neben dem, was ihr gerade in Bali macht?

Couple bartending and travelling

Kristina: Pläne gibt’s immer und Stillstand ist Rückstand! Was das Flairing betrifft, haben wir zur Zeit ein Projekt am Laufen, das sich bald offenbaren wird. Was unser Hauptziel betrifft, sagt der Titel dieses Interviews schon ziemlich alles.

Denny: Ich glaube, es ist ein Traum für viele Barkeeper, ihre eigene Bar irgendwo an einem tropischen Strand zu eröffnen – wie im Film „Cocktail“.

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